Anfänge, oft sind sie verheißungsvoll, und jeder verheißungsvolle Anfang ist ein kleiner Vorgeschmack auf den großen, den Johannes in der Offenbarung voraussieht. Er trägt den Namen „Alles neu“ und beginnt, wenn Gott selbst unter den Menschen wohnen wird.
Noch warten wir auf diesen großen Anfang. Aber wir haben die kleinen, die schon erzählen vom „Alles Neu“, das Gott selbst einmal groß werden lässt.
Das Jahr beginnt: 365 Tage, nagelneu und voller Möglichkeiten. Eine eben aufgeschlagene Seite, noch ohne Kleckse, Eselsohren, Knicke oder Fehler.
Jeder dieser Tage beginnt mit einem neuen Morgen. Die Vorhänge aufziehen und sich überraschen lassen von dem, was dort wartet. Manchmal scheint der Morgen wie eben erschaffen, so frisch. Manchmal so grau, als träge er noch die Sorgen von gestern und wolle sich gleich wieder schlafen legen.
Doch: Die kleinen Anfänge, sie bleiben nicht unversehrt. Auch im neuen Jahr wird eine erste Nachricht mich erreichen, die mir das Herz schwer macht.
Und in manchen Tagen werden noch die grauen Sorgen von gestern ragen und mich müde machen.
Noch wohnt das „Alles Neu“ in der Zeit. Immer wieder ist es da, klein und versehrbar und nie für die Ewigkeit. Und doch schon ein Vorgeschmack auf das große „Alles Neu“, das Gott selber verspricht.
Das beginnt mit einer Heilung. Gott wischt Tränen ab, stillt Schmerzen, schickt den Tod in den Tod. Unvorstellbar, doch so sieht es der Seher Johannes voraus: Das neue Leben, es wird unversehrt sein. Nicht auf die irdische Weise, nur einen Moment lang, nachdem es gerade begonnen hat. Sondern auf die ewige Weise, ohne die Spuren der Zeit, in der alles vergehen muss. Auf Gottes Weise, die Dauer verleiht und sich uns schenkt für die Ewigkeit.
(Tina Willms)